Donnerstag, 1. Juni 2017

Skills Centre goes Nkhata Bay

“This is one memory I will always have with me, I don’t think I will ever forget this summer”
„My favourite part of it was when I saw there little blue and green fish swimming with us”
“If you thought you have seen someone eating too much then you are mistaken, we ate like nobodys business out there and it was the real deal”
“We were literally rolling on the beach laughing so hard that we even chocked”
“To be honest, I have never enjoyed a trip like this one in my life, we had so much fun. Not any problem on our way until we come back”
“If you really want something in life, whatever it is.. If you want to be a footballer, a photographer, a lawyer or a ballet dancer – you can get it. But you have to give it everything. I, myself, I chose to be a carpenter at St Michaels Skills Centre”
“It was like a dream to see the exciting place, the tour has been amazing. It’s an experience itself and we are lucky to have this because it is the first time at Skills Development Centre to have a visit like this according to the history of the school”



Es ist Freitag, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Ein Dutzend Kilogramm Fleisch muss besorgt werden, dazu Reis, Tomaten und Zwiebeln. Bei strahlendem Sonnenschein geht es dann schon ans vorkochen für den morgigen Tag. Auch einige Absprachen werden mit dem College, dessen Bus wir mieten wollen, gehalten. Eine gar nicht mal so lange Nacht folgt und schon ist es soweit:

Wir treffen uns um 7:30 Uhr. Es stehen letzte Erledigungen an wie Reis kochen, Fußball aufpumpen und das Essen sicher im Bus verstauen. Dann geht es aber auch für uns los. Alle Schüler, Lehrer, Ausmane und ich steigen in den Coaster. Unser Coaster für einen Tag! Jedem steht die Vorfreude und vielleicht auch ein bisschen Aufregung ins Gesicht geschrieben – denn für die meisten ist das der allererste Ausflug an den See. Eigentlich steht das Ganze im Rahmen report writing, das heißt, dass jeder Schüler später einen Bericht über den Ausflug zu schreiben hat. Aber das rückt erstmal in den Hintergrund, der Tag muss doch erst in vollen Zügen genossen werden. Die Musik wird laut aufgedreht und die Stimmung ist ausgelassen! Eineinhalb Stunden Fahrt liegen hinter uns, als wir am Strand ankommen.
Ab ins Wasser, auf die Felsen, an die Bar. Jeder kann seinen Interessen nachkommen und sich austoben. Der Mittag naht und unser Bus verwandelt sich in eine Kantine. Die Tatsache, dass es Reis mit Beef gibt, macht den Tag zu einer noch größeren Besonderheit. Es wird sich nachgeholt und Essen gehamstert (was wir nebenbei erfolglos versuchten, zu verhindern). Viele Fotos später – Posen mit Beef, Posen mit Ball, Posen mit Bus – schwimme ich mit den zwei Schwimmern der Gruppe ganz weit hinaus. Fast bis nach Tansania. Der Rest sitzt träumend auf den Steinen und muss sich um nichts sorgen, nicht einmal um Sonnenbrand. Als dann alle müde sind vom vielen Schwimmen und Ballspielen treffen wir uns an der Bar zum Billard spielen, Fußball schauen, zum Plaudern und zum Tanzen zur Musik, die den ganzen Strand beschallt. Jedem ist von weitem die gute Laune anzusehen. Manch einer nutzt noch die letzte Chance, um sich frisch gefangenen Fisch zu kaufen. Denn nach einem letzten Gruppenfoto müssen wir leider den Heimweg antreten – die Sonne geht schon unter. Auch auf der Heimfahrt gibt es keine Ruhe – auf der Rückbank wird eine Party veranstaltet, die Musik ist voll aufgedreht. Hinter uns liegt ein einzigartiger Tag am See, den so schnell niemand vergessen wird. Am laufenden Band bedanken sich die Schüler bei mir. „Madam, thank you! We were enjoying so much. It was amazing“. Ich selbst bin auch glücklich und dankbar, und hoffe, dass dieser Ausflug nicht unser letzter war.
12kg Fleisch



"Madam? I love food. Eating is my hobby"




  

fish and happiness






Donnerstag, 4. Mai 2017

Glueck


Nach fast zwei Wochen Bett-teilen habe ich heute ein Bett für mich allein. Das wurde in den letzten Tagen geteilt, mit Clara und mit Berit. Auch kann ich endlich wieder unter einem Moskitonetz schlafen, das in der Regenzeit eigentlich wirklich nötig ist.
Spinne auf dem Klo, in der Dusche, und in Massen in meinem Zimmer. Ab und zu ein paar verlorene Spinnenbeine auf meinem Schreibtisch. Was fand ich daran jemals schlimm? Sie tun doch nichts, sie leben einfach mit uns.
Das Zähneputzen mit Taschenlampe im dunklen Garten wird zur geliebten Routine. Bruno, der mir Gesellschaft leistet und darauf wartet, Zahnpasta essen zu können. Und die Milchstraße, die sich heute von ihrer besten Seite zeigt.
Das abendliche Nachrichtengucken mit meiner Familie. Diskussionen über die Wahl in Frankreich, einen klauenden Schüler und Birkenstockschuhe. Dabei am gebratenen Mais knabbern. Hustensaft teilen und langsam auf dem Sofa einschlafen.
Und ich merke immer mehr, wie schön einfach alles gerade ist. Wie ich mich an mein Umfeld gewöhnt habe. Dass gerade alles ganz schön gut ist.

Back in Ekwendeni

Die Zeit nach Tansania..

Ganz viel Besuch
Von Anika, die in Arusha ein Workcamp geleitet hatte, über Theresia, eine Tansania-Freiwillige bis hin zu Clara und ihrer Mutter (die im Übrigen nachts um zwei hereinschneiten - Stuart und ich saßen nachts beide ganz woanders nachrichtenguckend auf dem Sofa und warteten auf deren Ankunft). Ganz viel los, ganz viel zu zeigen und auch ein bisschen Unterstützung bei meiner Arbeit.

12/03 Kande
Fuer einen Sonntag ging es nach Kande an den See. Wir grillten Gemuese vom Markt und paddelten danach auf dem Surfboard zu einer kleinen Steininsel. Dort verbrachten wir den Nachmittag mit Klippenspringen und Ananasessen, Kletterei sahen uns den Sonnenuntergang an.





22/03 Speech Day
Während ich unterwegs war, bekamen die Schüler von mir die Aufgabe, eine Rede zu einem beliebigen Thema zu schreiben. Die Präsentationen der Reden ersetzen dann auch den end of term exam in Englisch, der sonst zu dieser Zeit stattgefunden hätte. Ich improvisierte ein Rednerpult und die Schüler hielten ihre Reden – ob vorbereitet oder dann doch improvisiert. Die Themen reichten von Armut, HIV und Willkommensreden bis zur traditionellen Hochzeit. Mit der Ankündigung eines kleinen Preises für die besten Reden versuchte ich, die sonst oft weniger motivierten Schüler zu motivieren. Und sie gaben wirklich ihr Bestes! Beispielsweise Kettie, die mit 50 Jahren meine älteste Schülerin ist, hatte das Thema „traditional wedding“ gewählt und spielte eine Hochzeit vor. Sang, tanzte, sammelte Geld und Gegenstände. Die Rede kam dabei zwar viel zu kurz, die Unterhaltung aber keinesfalls.



23/02 Closing Day
Wir schlossen die Schule schon eineinhalb Wochen vor Ferienende. Dazu gab es eine kleine Versammlung von Schülern und Lehrern, bei der wichtige Dinge (wie das Datum des Opening Days) gesagt wurden.
Hier verkündete ich auch die besten Reden – zwei Schüler hatten die gleiche Punktzahl. Für beide hatte ich eine Art Medaille, gefüllt mit Schokolade, gebastelt.
Zur weiteren Motivation der Schüler und Lehrer habe ich die Kuerung des Schüler und Lehrer des Terms eingeführt. Da mir die Idee erst am Tag davor kam, konnte ein Schüler noch nicht gewählt werden – der Lehrer des Terms war aber klar unser neuer Schneiderlehrer. Er ist immer pünktlich und verantwortungsbewusst und zudem auch sehr motiviert, einige unserer kaputten Nähmaschinen zu reparieren und neue Nähmaschinen betriebsbereit zu machen.




Meine ersten freien Tage nutzte ich, um eine Art Kunst-AG fuer die Grundschueler zu starten. Es sind schon viele Kunstwerke entstanden und ich hoffe, das auch nach den Ferien fortsetzen zu koennen.


Auch die Osterferien sind vorbeigeflogen. Bergbesteigungspläne wurden beseitigegelegt. Lieber die Zeit in Ekwendeni und in Mzuzu genießen, was die richtige Entscheidung war. Zeit mit Freunden, und später auch mit Clara, die aus Lilongwe zu Besuch war, verbringen. Ein Osterausflug an den See, Sonnenschein. Zum Abschluss eine Show in Ekwendeni besuchen.

Und dann ging es zurueck in den schon vermissten Alltag, zurueck zur Arbeit. Das morgendliche Joggen, was mittlerweile zur Haertepruefung wird. Es ist dunkel, wenn wir aufstehen, sogar die Sterne sind noch da. Zurueck ins Centre zu meinen Schuelern, die mir inzwischen sehr ins Herz gewachsen sind. Und in die Nursery, welche mir auch gefehlt hat. Volleyball im Regen spielen. Kochen mit Freunden aus Kanada und ein Ausflug mit Stuart nach Chilumba. Dort Elli und Nora besuchen, wir entdeckten einen neuen, paradiesischen und ruhigen Ort am See.

Seit Tansania rast die Zeit regelrecht. Die Vorstellung, schon in weniger als vier Monaten wieder in Deutschland zu sein, ist surreal und komisch. 

Ostern am See


Als noch Regenzeit war



home



spot the monkey
das Paradies entdeckt
Toilettenbau (ganz aktuell!)

Donnerstag, 30. März 2017

Lebensmittelverteilung in Ekwendeni // DANKE

Zuallererst möchte ich ein riesiges Dankeschön an jeden Einzelnen von euch richten, der unsere Maisaktion unterstützt hat. Sei es durch das Teilen des Beitrags, einer kleineren oder einer größeren Spende. Insgesamt sind fast 2000 Euro zusammengekommen. Das sehe ich als alles andere als selbstverständlich, das hätte ich keinesfalls erwartet!

Mit dem Geld kauften wir vergangene Woche Mais, Bohnen, Öl und Salz ein.
In unserer Kirche, St. Michaels, wurden am Sonntag dreißig Haushalte ausgewählt, die die Lebensmittelspende bekommen sollen. Darunter sind Haushalte geführt von Kindern ohne Eltern, von arbeitslosen Frauen ohne Mann, von chronisch Kranken und auch extrem armen Menschen. Auch 20 Haushalte außerhalb der Kirche wurden gewählt. Insgesamt haben somit 50 Haushalte die Lebensmittelspende empfangen.


Montag, 8 Uhr. Es ist viel los am Center, jeder möchte seine Spende abholen. Zu Beginn werden kurze Reden gehalten. Meine kaum-vorhandenen Tumbukakenntnisse überlassen mir diee freie Interpretation der Reden. Doch als auf einmal alle Blicke auf mir sind, geklatscht wird, vor mir die Frauen zum Teil auf die Knie fallen, wird klar- mir wird gedankt. Euch wird gedankt!
Wir haben eine Liste der Namen, die jeweils einen Sack Mais, einen Liter Öl, eine Tüte Salz und eine Tüte Bohnen bekommen. Die Namen werden aufgerufen. Das Öl wird aus Kanistern in die mitgebrachten Flaschen gefüllt und gemeinsam mit den anderen Lebensmitteln ohne viel Drumherum übergeben. Es wird sich noch ein weiteres Mal bedankt und anschließend der Heimweg angetreten




Nun aber noch ein kurzes Wort zum Regen – seit Ende Februar ist er endlich da. Fast jeden Tag regnet es und endlich kann der Mais wachsen. Zwar wird die Ernte nicht früh kommen und auch nicht reichlich ausfallen, doch die größten Sorgen hat wohl niemand mehr. Es geht nur darum, über die nächsten zwei Monate zu kommen. Die Zwischenzeit wird mit gekauftem Mais überwunden, den sich zwar nicht jeder leisten kann – doch dank der Spenden konnten wir einige bedürftige Haushalte unterstützen. Deshalb noch einmal ein großes Danke und liebe Grüße!

Mittwoch, 15. Februar 2017

Angst

Das Gesprächsthema Nummer Eins in Ekwendeni: Die Sache mit dem Regen, der viel zu spät gekommen ist und der Maisernte, die deshalb sehr schlecht ausfallen wird.
Hier in der Region muß fast jeder für seine Grundnahrung selbst sorgen. Das bedeutet, dass so ziemlich jede Familie sich seinen Mais selbst anbauen muss. Darum besteht auch eine extrem große Abhängigkeit von einer ausreichenden Maisernte. Der Mais wird zu Maismehl verarbeitet, aus dem später Nsima gekocht wird. Nsima, das ist Maisbrei - das Hauptnahrungsmittel der meisten Malawier, was mindestens zweimal täglich gegessen wird.
Normalerweise beginnt die Regenzeit im November, spätestens im Dezember. Mit dem Regen wird auch der Mais gepflanzt. So aber nicht dieses Jahr – während der Süden schon seit Dezember reichlich mit Regen versorgt wurde, kam der Regen hier im Norden erst Mitte Januar. Damit begann man auch, Mais zu sähen. Die ersten Regenfälle waren aber so heftig, dass die Furchen, zwischen denen später der Mais wachsen sollte, zerstört wurden. Deshalb musste die Arbeit wiederholt werden. Furchen hacken, Löcher stechen, Mais sähen. Alles ohne Maschinen.
Seitdem regnet es sehr unregelmäßig: Zwei Wochen lang kein Regen. Danach ein paar Tage Regen, ein paar Tage Hoffnung. Nun ist es schon wieder seit fast einer Woche trocken.
Dazu kommt, dass die Wachstumsperiode viel zu kurz sein wird: Im April wird der Regen aufhören. Das weiß jeder.
Jeder im Ort spricht davon und hat Angst. Angst vor einer nahenden Hungersnot. Dass die Ernte schlecht wird, dass der Mais dieses Jahr nicht ausreicht und, dass die Familie nicht versorgt werden kann. Mein Gastvater erzählt mir, dass er so etwas erst einmal in seinem Leben erlebt hat: An manchen Tagen musste er mit Hunger ins Bett, da es nicht genug Essen für die Familie gab. Die Angst ist wieder da und scheinbar größer als je zuvor.

Gemeinsam mit dem Treffpunkt Malawi e.V., der uns einen Teil seiner Spendengelder zur Verfügung stellen wird, besteht das Vorhaben, die 50 Haushalte, die am meisten gefährdet sind, mit gekauftem Mais zu unterstützen. Offensichtlich ist aber, dass nicht nur 50 Haushalte betroffen sind - genau deshalb sind wir auf jede finanzielle Unterstützung angewiesen. Ein Sack Mais, der eine 5-köpfige Familie für einen Monat ernähren kann, kostet umgerechnet circa 15 Euro. Für die meisten Malawier ist das über einen längeren Zeitraum alles andere als ein kleiner Betrag.
Gerade nach all den schönen Erlebnissen, die ich hier bis jetzt haben durfte, ist es nicht einfach, mit der großen Angst der Menschen konfrontiert zu werden. Deshalb liegt mir diese Art der "Nothilfe" sehr am Herzen und ich bitte euch, den Menschen hier zu helfen und Geld zu spenden. An knobloch.luise@gmx.de könnt ihr eine Email senden, damit ich den Kontakt zum Treffpunkt Malawi (http://www.treffpunkt-malawi.de) herstellen kann, der dann die Spenden zweckgebunden einsetzt. Gern könnt ihr euch auch direkt an den Treffpunkt Malawi unter dem Stichwort "Mais für Ekwendeni" wenden.
Jeden noch so kleinen Betrag werde ich direkt weiterleiten. Ich werde mein Bestes tun, euch auf dem Laufenden zu halten. Danke!

zu dieser Zeit muesste der Mais mannshoch sein!



Freitag, 3. Februar 2017

Centre-Geschehnisse, Botschaftsfeier, ein wenig Unglück und was sonst so geschah

Bevor der trubelige mit-Charlotte-unterwegssein-und-Zwischenseminar-in-Tansania-Februar so richtig losgeht, gibt es hier ein kurzes Update. Was mir dieses Jahr bisher so gebracht hat!

20-22/01 Botschaftsfeier, Bücherkauf & Pechsträhne
Schon beim Lesen der Einladung zur Neujahrsfeier des deutschen Botschafters machte mein Herz einen kleinen Sprung. Als ich dann gemeinsam mit meinen Mitfreiwilligen in der Residenz des Botschafters in Lilongwe aufkreuzte, war die Freude nicht mehr zu bändigen! Diesmal mussten wir nicht helfen und konnten uns voll und ganz auf die Köstlichkeiten konzentrieren: Dass Appetizer wie Sushi, Feta-Spieße und Hühnchen mit Erdnusssoße noch übertroffen werden können, hatte niemand erwartet. Doch als das Buffett mit dem deutschesten aller deutschen Essen wie Spätzle, Schnitzel und Rotkraut eröffnet wurde, wurden wir eines besseren belehrt. Wir schaufelten das Essen in uns hinein. Jedem wurde klar, dass man deutsches Essen noch nie so sehr wertgeschätzt hatte. Und dass Essen ja doch so sehr glücklich macht! Nach unzähligen Stücken Brownies und Karottenkuchen hatte aber doch jeder genug. Weniger schön war deshalb die Rückfahrt nach Biwi. Zu neunt (und dazu vollgefressen!) in einem kleinen Taxi- „Squeeze,Madam!“ ist auch hier das Motto. Irgendwie kommt man aber immer an sein Ziel, und in diesem Fall eben schön billig. Der Gedanken an das gute Essen ließ einem den fehlenden Komfort und das sich langsam-steigernde Schlechtwerden schon fast vergessen.
Glück!

der Essenshimmel

zuschlagen! ein Brownie nach dem Anderen

Samstagmorgen kamen auch Stuart und Ausmane nach Lilongwe. Dank einer großen Spende konnten wir einen Drucker und viele neue Bücher für unsere Bücherei einkaufen. So tourten wir durch verschiedene Technik- und Buchläden. Besonders viel Freude hatten wir in einem Secondhand-Buchladen, den Marius vor einiger Zeit entdeckt hatte. Die Bücher kosten zum Teil weniger als einen Euro, maximal drei Euro. Dazu kommt eine riesige Auswahl! Die Kartons wurden randvoll gepackt und im Bus zurück nach Ekwendeni gefahren, wo die Bücher nur noch geordnet und beschriftet werden müssen.
Baobab Bookshop

Arbeit in der Bücherei

Leider war das Heimkehren dieses Mal alles andere als schön. Beim Öffnen meiner Zimmertür musste ich feststellen, dass unser Hund Bruno seinen Weg in mein Zimmer gefunden hatte und der Meinung war, randalieren zu müssen. Mein Stuhl lag kaputt auf dem Boden, daneben Klamotten und Papiere. Das Moskitonetz war mehr Loch als Netz und mein Bettlaken auch alles andere als sauber. Ich dachte, es kann nicht mehr schlimmer kommen, bis mir meine Gastschwestern erzählen, dass Luna tot ist. Luna war ein Welpe, den ich eine Woche früher vom See mitgebracht hatte. Sie war noch so klein, so tapsig aber ist gleichzeitig glücklich durch unser Haus gehüpft. Bis unser Hund Bruno sie tötete und, wie mir berichtet wurde, gegessen hat. Den Anblick von Lunas totem „Körper“ habe ich mir leider auch noch angesehen, da er von meiner Familie zunächst auf unserem Toilettenhäuschen liegengelassen wurde. Den Anblick werde ich so schnell nicht vergessen können und hoffe, dass die kleine Luna nicht lange leiden musste und dass es ihr jetzt, wo auch immer sie ist, gut geht .. Man muss sich damit abfinden – den Instinkt eines Tieres kann man zwar nicht verstehen, muss man aber irgendwie akzeptieren.
Luna.. ♥

Das Pech wollte so ganz aber noch nicht aufhören- es folgte bald eine Nacht voll Fieber und Malariaangst, was sich zum Glück bald in Luft auflöste und mir nur für einige Tage meine Stimme klaute (was nebenbei gesagt aber auch die reinste psychische Folter war!)

31/01 Toolkit-Vergabe
Die meisten der Schüler, die bei uns am Centre zum Schneider/ zum Schreiner ausgebildet werden, bleiben danach arbeitslos. Es fehlt am nötigen Geld, um ein Geschäft zu starten. Deshalb bekommen von jetzt an je zehn Schüler pro Abschlussjahrgang ein sogenanntes Toolkit oder Starterpack. Dieses besteht für die Schneider unter anderem aus einer Nähmaschine und einem Nähmaschinentisch, für die Schneider aus verschiedenen Werkzeugen. Die Schüler verpflichten sich, das Ganze in monatlichen Raten zurückzuzahlen. Deshalb wurden erst einmal die alten Schülerverzeichnisse herausgeholt, da natürlich auch die Schüler, die bereits einen Abschluss haben, nicht vergessen werden dürften. Schüler wurden von den Lehrern nominiert. Gemeinsam mit einigen Vorstandsmitgliedern wurden sie interviewt – wie sie denn momentan um die Runden kommen, ob sie schon Praktika gemacht haben und und und. Einige Tage nach den Interviews fand die Vergabe der Toolkits statt:
Das Ganze war recht groß aufgezogen. Wieder waren einige Vorstandsmitglieder vor Ort, jeweils ein Elternteil der Schüler und sogar der Chief! Zunächst wurden mehrere Reden gehalten. Auch ich musste eine Rede halten, was mir leider erst fünf Minuten davor mitgeteilt wurde. Vor dem recht großen Publikum war mir das nicht wirklich geheuer, weil ich auch nicht wusste, was von mir erwartet wird. Klappte aber viel besser als gedacht!. Die einzelnen Schüler wurden mit Elternteil nach vorn gerufen und unterschrieben eine Art Vertrag, auf der auch der Manager, der Vorstandsvorsitzende, ich (um die Spender zu repräsentieren), ein Polizist und der Chief unterschrieben. Die Nähmaschinen wurden natürlich gleich ausgetestet, die Freude war groß. Während der Zeremonie waren auch alle aktuellen Schüler anwesend. Für sie ist es natürlich sehr motivierend, die Chance auf ein Starterpack zu haben – denn nur die zehn Schüler, die am härtesten arbeiten und den Unterricht ernst nehmen, bekommen das Toolkit. Besonders in den folgenden Tagen war es sehr auffällig, dass die Schüler viel zielstrebiger und motivierter arbeiteten. Also auch von dieser Seite betrachtet ein purer Erfolg!
Beginn der Toolkitvergabe

eine der Schülerinnen mit ihrer Mutter

Schreinerschüler mit seiner Mutter



Schnickschnack
  • Die Welt ist ein Dorf. Wirklich. Am vergangenen Freitag war ich auf einer Farewellparty in Mzuzu. Dort traf ich einen jungen Mann, kam mit ihm ins Gespräch. Er sei der neue deutsche Bäcker in Mzuzu - ein wenig außerhalb gibt es eine deutsche Bäckerei, alle 3 Monate kommt ein neuer Deutscher dorthin, um Malawier auszubilden. Viel wichtiger aber: er kommt wie ich aus Pirna … Ich bin schon ein wenig durchgedreht und konnte das Ganze einfach nicht glauben. Er wohnt in Pirna einen Kilometer von mir entfernt, und dann trifft man sich einfach so auf einer Party irgendwo in Südostafrika. Eigentlich ja zu verrückt um wahr zu sein..
  • Family Update. Momentan sind wir zu fünft bei uns Zuhause: Meine Gasteltern Stuart und Dorothy. Eine der Zwillingsschwestern, Ellen, und der Sohn meines Gastbruders, Sean. Sean ist eineinhalb Jahre alt und weiß sehr gut, wie er uns auf Trab halten kann. Alles, was er findet, trägt er durch das Haus, schmeißt er herunter oder probiert, Musik damit zu machen. Er genießt es, unsere Katzen und Hunde am Schwanz durch das Haus zu ziehen und zu probieren, in den Kühlschrank zu klettern. Abends kann zwar der Fernseher laufen- doch Sean zu beobachten garantiert viel mehr Unterhaltung.
    Lieblingsbeschäftigung#1:Zimmer erkunden
    #2: Tiere.

  • Seifenblasenspaß in der Nursery, Bilder sagen hier mehr als Worte!


  • Vorfreude bis zum gehtnichtmehr. In zwei Tagen habe ich meine Lieblingsschwester wieder! Wir werden zusammen durch Malawi reisen und am Ende ein paar Tage in Ekwendeni verbringen. Ich freue mich so sehr auf das Wiedersehen, gemeinsames Nsima-Essen und im See schwimmen gehen! Danach ist schon Halbzeit.. Kaum zu glauben! Es geht zum Zwischenseminar nach Moshi, Tansania. Auf die weite Reise freue ich mich zwar weniger, doch das Seminar wird bestimmt wunderbar.