Donnerstag, 12. Januar 2017

"Dezember"

Oder auch: Der wohl unüblichste, heißeste und undezemberigste Dezember meines Lebens.
Der erste term ist schon vorbei. Ich kann es nicht oft genug sagen, die Zeit rennt! Geendet hat das Trimester mit dem Schreiben der Tests. Enttäuschend wenige Schüler haben daran teilgenommen. Wobei aber die, die da waren, überraschend gut abgeschlossen haben. Was mit denen passiert, die geschwänzt haben? Dafür probieren wir momentan noch, die beste Lösung zu finden. Doch nach der letzten Arbeit im Fach Computer gingen für die Schüler und auch für mich die langersehnten Weihnachtsferien los! Beinahe drei Wochen war ich unterwegs. Drei anstrengende, aber auch erlebnisreiche Wochen.

Los gingen die Ferien für mich mit einem Ausflug nach Lilongwe- Claras und Jaspers Geburtstage mussten gefeiert wurden. Einem deformierten Fertigkuchen aus Deutschland folgte eine lange Nacht. Der nächste Tag brachte Essenshighlights wie Pizza und selbstgemachte Falafel und vieleviele Freundebucheinträge!
eine wahre Delikatesse, obwohl nur noch der Geschmack an Kuchen erinnert
sundays..
das Highlight: der neue 2000-Kwacha-Schein (doch selbst er ist kaum etwas wert..)

Doch dann ging es schon wieder zurück in den Norden, wo wir einen Zwischenstopp in Ekwendeni zum Schlafen einlegten. Mit 4 weiteren Leuten war es schon recht kuschelig im Haus, doch nach einem halben Jahr in Malawi habe ich jegliche Platzängste beiseitegelegt-  "Squeeze, Madame!" ist hier das Motto.

Am nächsten Tag stiegen wir in den Minibus nach Chilumba - die Fahrt ist jedes Mal aufs Neue wieder schön. Man fährt über einen Berg, von dem aus man einen wunderbaren Blick auf den See hat! Außerdem sieht man Affen, die direkt auf der Straße sitzen und oft auch neben dem Minibus mitrennen, um vielleicht Essensreste abzubekommen. In Chilumba gab es recht bald Abendessen. Alle 3 Minuten kam aus einer anderen Ecke ein Schrei - der Grund war das Auftauchen einer Riesenspinne! Man muss dazu sagen, dass vor dem Haus auf dem Boden gegessen haben. Da kann es schon passieren, dass drei Zentimeter neben dir eine Spinne entlanghuscht. Das Highlight (oder eher Lowlight) war ein Skorpion auf der Toilette, der zum Glück bald nicht mehr weiterleben durfte. Irgendwann starteten wir den Versuch, zu schlafen.. Daran war lange nicht zu denken, es war zu schwül und heiß - gefühlt immernoch 40 Grad! Selbst Lars und Jasper aus Salima, wo es noch heißer sein soll, kamen an ihre Grenzen. Die Dusche am Morgen war dann doch recht himmlisch und wir freuten uns, aus der Hitzehölle Chilumba zu entkommen!


      Die Reise führte uns ins nahegelegene Livingstonia. Da wir nicht früh genug gebucht hatten, konnten wir uns die Lodge nicht aussuchen und fanden auch keine freien Betten mehr vor. Also verbrachten wir die erste Nacht im Lukwe Camp. Stellte sich als eine sehr idyllische, ruhige Lodge heraus. Wir kamen zur Ruhe, besuchten den Lukwe-Garten und gingen in den nahegelegenen Wasserfällen schwimmen. Die zweite Nacht verbrachten wir dann doch in der Mushroomfarm (Erinnerungen an den Ausflug mit Sandra!). Eigentlich ebenso ausgebucht, aber auf dem Parkplatz campen durften wir immerhin. Mit Clara aber entdeckte ich dann ein Baumhaus, dass aufgrund von Sturm momentan nicht vermietet wird - zur halben Seite ist es offen, man blickt über die Berge zum See. Die spontane Idee, dort mit unseren Isomatten einzuziehen, setzten wir um. Somit verbrachten wir zwar eine ungemütliche Nacht mit einem viel zu kleinen Moskitonetz. Wenn man dann aber frühmorgens mit einem atemberaubenden Blick aufwacht, spürt man die Rückenschmerzen und Mückenstiche überhaupt nicht mehr. Ich wäre immer wieder bereit zu einer Baumhausnacht wie dieser!

Lukwe
Lukwe
Lukwe-Garden
und endlich wissen alle, wie Ananas eigentlich wachsen
Ausflug zu den Wasserfällen
erfrischen
Baumhausnacht

Blick aus dem Baumhaus

Von Livingstonia aus führte uns die Reise an den See nach Nkhata Bay. Dort verbrachten wir mehrere Tage, an denen wir wirklich mal nichts tun konnten außer essen, schwimmen, spielen und vergeblich auf die Weihnachtsstimmung warten. Diese kam leider trotz Feliz Navidad und Last Christmas in Dauerschleife kaum auf. An Heiligabend stand eine Runde Schrottwichteln an, was sich als ein großer Spaß herausstellte! Das Weihnachtsbuffett ließen wir uns nicht entgehen. Danach löffelten wir eine flüssige Tafel Schokolade, während wir dabei selbst vor Hitze verschmolzen. Wir gingen tanzen, um Weihnachten, uns und unsere Zeit in Malawi angemessen zu feiern. Einmalig war unser Weihnachten am Strand also definitiv, weihnachtlich wohl eher gar nicht.



das Zelt steht jedenfalls gut!

Silvester wollten wir in Cape Maclear im Süden Malawis verbringen. Die Fahrt dahin war sehr weit und anstrengend, weshalb wir auch einen Zwischenstopp bei Lars und Jasper in Salima einlegten. In Cape Maclear trafen wir auf viele weitere Freiwillige. Gemeinsam machten wir eine Bootstour zur nahegelegenen Insel, wo wir schnorchelten. Auf der Insel wurde sogar für uns gegrillt! Es ging weiter zum Otterpoint, an dem wir Fischadler beobachteten. Der letzte Stopp war eine andere kleine Insel, an der wir weiter schnorcheln konnten und die Fischvielfalt hautnah erleben durften! Den Silvesterabend starteten wir am Strand sitzen mit Dinner for One (die Tradition darf nicht fehlen). Bunt tanzten wir mit vielenvielen anderen Menschen ins neue Jahr! Freunde aus Ekwendeni kamen zu Besuch, wir saßen am Strand bis die Sonne das erste Mal im Jahr 2017 aufging. Im Hellen führte uns ein Neujahrsspaziergang zurück zur Lodge - plötzlich war alles schon wach, doch wir legten uns in schlafen.



bisschen fischen
Silvester
Neujahrsmorgen


Einen Tag später musste ich schon wieder nach Hause fahren (ein Tag lang Minibus, juhu), da der Unterricht schon am 03. Januar losgehen sollte. Die Freude auf die Reise war zwar riesig, doch heimkehren ist mindestens genauso schön..

Warum ich Weihnachten nicht Zuhause verbracht habe: hier wird Weihnachten keine große Bedeutung zugesprochen. Die gesamte Adventzeit wird nicht so zelebriert, wie wir es kennen. Am 25.12. geht man lediglich in die Kirche, es gibt zur Feier des Tages Reis. Vielleicht wird sogar ein Huhn geschlachtet! Danach ist der ganze Zauber schon wieder vergessen. Meine Familie hat mir empfohlen, lieber etwas mit Freunden zu unternehmen. Zuhause hätte ich mich scheinbar nur gelangweilt. Auch, wenn ich gern typisch malawische Weihnachten erlebt hätte- durch meine Mitfreiwilligen war das nun doch vorhandene Vermissen zur Weihnachtszeit ein wenig kleiner. 

Mittwoch, 7. Dezember 2016

100 days - Farewell, Aidswaisenprojekt und unterwegs-sein

Mehr als drei Monate bin ich schon hier in Malawi und alles ist so schön gewohnt, so schön normal. Sonntagabends unter dem Sternenhimmel Mangomarmelade kochen. Der Kartoffelverkäufer, dem ich jede Woche ein kleines Glas davon schenke. Der dann vor Freude in die Luft springt und mir später von seinen Plänen erzählt, als Flüchtling nach Deutschland auszuwandern. Da gibt es auch noch das Mädchen aus der Grundschule, die mich Zuhause besucht und fragt, ob wir Freundinnen sein wollen. Sie schenkt mir ein Armband aus Perlen, ich knüpfe ihr ein Freundschaftsbändchen.  Von da an besucht sie mich gelegentlich im Büro und setzt sich schüchtern neben mich. Wir tauschen ein Grinsen aus und ich glaube, jetzt sind wir wirklich Freunde.
Wenn dann mal ein freier Nachmittag ansteht, schwinge ich mich seit einigen Wochen auf mein Fahrrad. Mein Ziel ist die God Knows Nursery, die am anderen Ende von Ekwendeni liegt. Die Kinder umringen mich schon und rufen Luisa,Luisa,Luisa bevor mein Fahrrad steht. Wir singen, spielen, sehen uns Bücher an und lernen die englischen Wörter für Farben. Alles scheint blau zu sein.
Aber auch neben meinem Alltag, der sich immer weiter verfestigt, war im vergangenen Monat so einiges los.

06/11 gescheitertes Bergsteigen & Girls Brigade
Angefangen mit dem Versuch, gemeinsam mit Sonja aus den Niederlanden einen der Berge bei Ekwendeni zu besteigen. Vorher waren wir im englischen Gottesdienst, den ich mittlerweile immer besuche, wenn ich in Ekwendeni bin. Daher versuchten wir unser Glück in offenen Schuhen und Kleid. Zeit fürs Umziehen wollten wir uns nicht nehmen, da es nur noch heißer geworden wäre. Leider erklommen wir den Berg von der falschen Seite, scheiterten deshalb und kehrten nach der Hälfte um. Eine gute Aussicht auf Ekwendeni konnten wir aber auch dort schon genießen. Am Nachmittag ging es mit der Girls Brigade,einer kirchlichen Mädchengruppe, weiter. Sonja und ich brachten den Mädchen bei, wie sie sich Armbänder knüpfen können. Sie waren sehr begeistert davon. Anschließend sangen wir ein paar Lieder und spielten draußen Spiele.
Blick auf Ekwendeni

bei der Girls brigade mit Cornelius & Sonja 
11/11 Farewell 
Alle anderen neun Kolping-Freiwilligen kamen für Sandras und Leas Farewellparty nach Mzuzu. Der Freitagabend begann mit einem Barbecue inklusive Laugenbrötchen und ging weiter mit viel Spaß und Feierei. Ein letztes Mal mit Sandra und Lea. Zeit zum Traurigsein gab es aber nicht! Freitag und Samstag besuchten mich drei von den Jungs aus Salima beziehungsweise die Claras in Ekwendeni. Es hat mir Spaß gemacht, ihnen meine neue Heimat zeigen zu können. Samstag trafen wir uns alle in einem italienischen Restaurant in Mzuzu. Das Essen konnten wir noch einmal viel mehr genießen als in Deutschland. Wann gab es bitte das letzte Mal Caprese? Und Butter? Und richtig gute Nudeln? Das schätze ich mittlerweile sehr. Anschließend saßen wir noch draußen, alle außer wir aus dem Norden freuten sich sehr über die Kälte und die nötige Decke. Eingekuschelt hörten wir „John und die Maus“ (ein wirklich gutes Hörspiel)  und genossen den wirklich letzten Abend zusammen in Mzuzu.
Wobei mein Abschied von Lea und Sandra dann einige Tage später folgte. Eigentlich war ein letztes gemeinsames Nsima-Essen geplant. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass die Beiden mitten im Nirgendwo stecken bleiben und deshalb erst am Abend recht ausgelaugt ankommen würden. Die einzige Aufmunterung stellte dann indisches Essen dar. Anschließend ging es auf ein (für die Beiden) letztes Tee-trinken zu Khan. Realisieren, dass meine zwei sehr sehr liebgewonnen Freunde zurück nach Deutschland fliegen, konnte ich noch nicht. Erst im Taxi am nächsten Morgen, als ich eine Art „Abschieds“brief von Sandra gelesen habe, wurde mir klar, dass wir uns nicht so schnell wiedersehen. Und trotzdem bin ich dankbar für unsere wunderbare gemeinsame Zeit, für Livingstonia, für Lake Of Stars, für unser Kochbananenchips-Candelight-Dinner und für unsere Villa-Feierabende.
durchdrehen #1 - so viele deutsche Süßigkeiten!

♥♥♥ missing
21/11Aidswaisen in Karonga
Drei Tage lang habe ich die Chance genutzt, das Aidswaisen-Projekt Lusubilo in Karonga kennenzulernen. Nach einer anstrengenden Minibusfahrt mit Break-Down kam ich endlich im viel zu heißen Karonga an (bestimmt war es 10 Grad wärmer als in Ekwendeni, Tag als auch Nacht war man nur am schmelzen). Dort wurde ich sehr herzlich von den Schwestern willkommen geheißen. Nach einem gemeinsamen späten Mittagessen und einer verdienten Pause wurde mir das Kinderdorf gezeigt. Die Kinder freuten sich sehr. Wir spielten einige Spiele und hatten viel Spaß! Den Abend ließ ich, wie die folgenden Abende dann auch, gemeinsam mit den Schwestern ausklingen. Am zweiten Tag dann habe ich mit sehr vielen Menschen gesprochen, die im Projekt arbeiten und war erstaunt, wie riesig dieses doch ist! Außerdem durfte ich mir das Computer Centre ansehen. Da sogar einige Schüler vor Ort waren, konnte ich diese kennenlernen und ihnen sogar ein wenig mit ihrer Aufgabe weiterhelfen, da der Lehrer gerade beschäftigt war. An meinem dritten und letzten Tag besuchte ich das Education Centre, was in meinen Augen eine Art Vorschule ist. Außerdem durfte ich noch einen Blick ins Music Centre werfen, wo ich einige Mitglieder der Lusubilo Band kennengelernt habe. Die Band scheint sehr populär zu sein. Im Oktober haben sie im Rahmen des what boundaries?! Projekts sogar Auftritte in Deutschland gehabt. Auf dem Lake Of Stars Festival haben sie auch gespielt, doch dort ich habe ihre Performance verpasst. Zufälligerweise wollte die Band am Donnerstag ebenso nach Mzuzu fahren, da sie eine ganze Reihe an Auftritten hatten. Sie haben mich also im Bandbus bis nach Ekwendeni genommen, was auf dem Weg nach Mzuzu liegt. Die Fahrt war die sehr unterhaltsam!

27/11Ausflug nach Chinteche
Wir verbrachten den Sonntag mit einem Teil der Bible Study Group am See, genauergesagt in Chinteche Inn – der gleiche Strand, an dem auch das Festival stattfand. Alles war plötzlich so leer, so ruhig, so undekoriert. Dennoch ist der Strand ein Traum und das Wasser glasklar! Wir sind viel geschwommen, haben Karten gespielt, gegessen und uns schließlich die Taschen voll Mangos gepackt.  Auf der Rückfahrt fiel mir auf, wie vielfältig die Malawische Landschaft doch ist und wie glücklich ich bin, in diesem wunderschönen Land leben zu dürfen.


Phase10
erst sieht es nach Regenwald aus
und im nächsten Moment beinahe nach Wüste
28/11 Arbeit in der Bibliothek
Die vergangene Woche nutzten die Schüler, um ihre Arbeiten fertigzustellen – besonders die Schreinerschüler waren noch sehr beschäftigt. Sie schreinern momentan Türen für den Bischof. Deshalb fand kein Unterricht statt und ich habe ich mir vorgenommen, die Bibliothek aufzuräumen. Diese ist in einem Gebäude der Grundschule untergebracht. Leider wurde diese in letzter Zeit sehr vernachlässigt. Ordnung gab es keine mehr, Bücher waren so gut wie nie am richtigen Platz. Also habe ich drei volle Tage lang Bücher um- und einsortiert. Das war zwar viel anstrengender als gedacht, hat mir aber auch Spaß gemacht. Ordnung ist manchmal eben ganz zufriedenstellend.

02/12 Lilongwe
Da ich drei Tage lang recht hart gearbeitet habe, genehmigte ich mir ein verlängertes Wochenende in Lilongwe. Glücklicherweise ist das Trampen immer recht gut für den Geldbeutel, weshalb ich mir die etwa 450km-lange Fahrt doch recht oft gönnen kann. Meistens ist es auch sehr interessant, da man viele Leute und deren Geschichten kennenlernt. Manchmal aber gerät man auch in unangenehme Situationen. Leider. Links von mir standen zig Malawier, die genauso wie ich einen Lift nach Lilongwe ergattern wollten. Ein Pick-Up stoppte direkt vor der Gruppe Malawier. Sie wollten schon einsteigen, da machte ihnen der Fahrer klar, dass er nur mich mitnehmen wollte. Manchmal ist die Aufmerksamkeit, die Einem geschenkt wird, auch zu viel.. Dennoch kam ich irgendwie in Lilongwe an. Mein Aufenthalt bei den Claras in Biwi lässt sich als Kulinarische Reise 2.0 deklarieren. Unter anderem konnten wir Bratkartoffeln genießen, Knoblauchbrot, Applecrumble, Frenchtoast undundund. Freitagabend nutzten wir zum feierngehen, was auch großartig  war. Wir waren unter anderem in einem Club, der am selben Abend eröffnet hatte. Dieser erinnerte mich an einen neueröffneten, modernen deutschen Club. Sehr westlich also, was ein wenig schade ist und nicht mit „malawischen“ Clubs wie der guten alten Mzuzu-Villa zu vergleichen ist! Dennoch hatten wir viel Spaß. Die restliche Zeit verbrachten wir teils in der Stadt (der Lilongwe-Dapp ist riesengroß und nicht mit dem in Mzuzu zu vergleichen, um Clara zu zitieren Wenn man durch ist, ist man durch) aber auch viel Zuhause. Da der Strom in Lilongwe mehr weg ist als da kochten wir auf dem Kohleherd, was wie immer viel Zeit in Anspruch nahm. Außerdem bastelten wir uns richtig schön kitschige Freundebücher, was sich als Zeitvertreib schlechthin herausstellte. Sich endlich mal wieder ins Grundschul-Ich hineinfühlen und gleichzeitig kreativ sein! Meine Reise zurück nach Ekwendeni startete schon Sonntagmorgen, da ich auf jeden Fall einen Lift bekommen wollte. Das ging dann auch schneller als gedacht. Zwar musste ich diesmal verhältnismäßig viel zahlen, hatte aber eine nur dreistündige Fahrt und beste Unterhaltung durch ein junges Pärchen aus Zomba. In Mzuzu gingen wir sogar noch gemeinsam Mitagessen.

durchdrehen #2. diesmal ist Apple Crumble der Verursacher
Freundebuchbastelwerkstatt

05/12 final count down
Nun stehen mir die letzten zwei Schulwochen bis Weihnachten bevor. In dieser Woche wird gelernter Stoff wiederholt. Ich probiere, jede Minute zu nutzen, um meinen Schülern alles erneut nahezubringen und Defizite zu beseitigen. Es ist noch einmal sehr anstrengend, doch der Gedanke, dass es aufs Ende des ersten Terms zugeht, motiviert mich. In der nächsten und gleichzeitig letzten Schulwoche werden die Exams geschrieben, wonach dann am 16.12 der erste Term beendet ist. Die Ferien werden beginnen, ich freue mich sehr auf die kommende Zeit in der ich viel unterwegs sein werde!

Ich hoffe, ihr genießt die Adventszeit, kommt ein wenig zur Ruhe und seid mehr in Weihnachtsstimmung als ich es bin! Die besten Grüße sende ich euch. ♥

Sonntag, 30. Oktober 2016

Schulausflüge,Urlaub,Beerdigung und Schnickschnack

In den letzten Wochen ist so viel Schönes passiert. Auch ein wenig Unschönes, aber das gehört dazu. Also macht euch darauf gefasst, von einer Menge Geschehnissen und Erlebnissen erschlagen zu werden!

07/10 Schulausflug nach Mzuzu
Um ein College wie unseres zu besuchen, sind wir mit 41 Schülern nach Mzuzu gefahren. Dafür haben wir einen großen Pick-Up gemietet - beim Roadblock (aka Polizeikontrolle) gab es deshalb riesige Probleme.. Seit einem schlimmen Unfall vor einigen Wochen braucht man zum Transport von mehr als 3 Personen auf der Ladefläche eine Genehmigung. Diese hatten wir uns extra vorher bei der Polizei geholt. Die Officer wollten sie trotzdem nicht akzeptieren. Erst, als wir ihnen mit dem Gang zur Polizei gedroht hatten, durften wir weiterfahren und kamen nach gut 30 Minuten an unserem Ziel an.
Das College ist in vielerlei Hinsicht schon entwickelter als unseres: Verschiedene Gebäude, die alle durch Holzstege miteinander verbunden sind. Im Zentrum steht ein Pavillon, unter dem gegessen, sich getroffen oder einfach nur entspannt werden kann. Es gibt sogar eine große Halle für Versammlungen und Veranstaltungen! Außerdem werden neben Schneidern und Schreinern auch Maurer ausgebildet.
Zum Mittagessen gab es für uns Lehrer und Osman (Manager) Toast, Chips und Fanta. Wir saßen mit den anderen Lehrern und mit deren Manager zusammen und tauschten Ideen aus. Von diesem College können wir wirklich viel lernen, wir nutzten die Chance und erfuhren viel Neues. Auch die Schüler zeigten sich gegenseitig das Gelände, das klappte besser als gedacht.
Anschließend traf man sich zum Netball- und Fußballspiel wieder: Während unser Netballteam einen grandiosen Sieg von 15:3 holte, konnten wir das im Fußball nicht fortführen, wo wir 0:1 verloren.. Dennoch hatten wir einen erlebnisreichen Tag hinter uns, an dem wahrscheinlich jeder Einzelne etwas lernen konnte.

Schneider
Maurer
Rückfahrt
Front seat ergattert!

11/10 Unterrichtsmaterialienkauf
Keine Schneiderei kann ohne Stoff und Faden, keine Schreinerei ohne Holz und Nägel. Deshalb fuhren wir-Osman,Stuart,Matthews und ich-frühmorgens nach Mzuzu, um neue Unterrrichtsmaterialien zu kaufen. Zunächst auf den Chitenchemarkt. Ich allein durfte alle Stoffe aussuchen und habe mich gefühlt wie in der Fernsehserie, in der Kinder mit Einkaufswägen durch einen Spielemarkt rennen. Alles, was ihnen gefällt, dürfen sie einpacken! Genau das tat ich auch. Zwar suchten wir Stoffe eines bestimmten Labels, dennoch aber genoss ich das Privileg, mich austoben zu dürfen. Anschließend klapperten wir verschiedene Schneiderläden ab, um viele verschiedene weitere Stoffe, Nadeln und Fäden zu kaufen. Auch dem Holzmarkt und verschiedenen Handwerksläden statteten wir einen Besuch ab. Bis wir (fast) alles gefunden hatten und es mit unserem gemieteten Laster abgeholt hatten, war es bereits spät abends. Erst um 8 Uhr waren wir zurück in Ekwendeni. Am nächsten Tag fuhren wir erneut nach Mzuzu, um die restlichen Materialien zu kaufen. Das ging schneller als gedacht, nach einem halben Tag hatten wir alles erledigt und unsere Schüler können endlich richtig loslegen.
einer der vielen Shops im Chitenche-Markt (man hat definitiv die Qual der Wahl)
Holzmarkt
13/10-15/10 Wochenende in Livingstonia & Chilumba
Sandra und ich machten einen Ausflug nach Livingstonia. Ursprünglich wollte Lea mit ihren Eltern mitkommen, doch da es ihnen in Nkhata Bay so gut gefallen hat, verlängerten sie. Und so waren wir nur noch zwei!
Wir starteten in Mzuzu. 3 Stunden Fahrt im Minibus, die aber aufgrund des Front Seats okay waren. Angekommen in Chitimba begann die Suche nach einem Transport nach Livingstonia, was hoch oben auf dem Berg ist. Lust, die 800 Höhenmeter in der Mittagshitze zu laufen, hatten wir nicht. Wir fanden einen recht leeren Pick-Up. Es hieß also warten, bis er voll ist. Halbsoschlimm. In der Ladefläche Mangos snacken passt auch. Der Fahrer ging nach zwei Stunden mal schnell Benzin kaufen, der Pick-Up wurde angeschoben und los gings! 90 Minuten lang quälte sich das Auto einen sehr schlechten Weg auf steilen Serpentinen entlang nach oben. Froh, angekommen zu sein, sind wir zur Mushroom Farm, unserer Lodge, gelaufen. Die Lodge war wirklich wunderwunderschön und der Ausblick ein Traum. Wir haben in der Hängematte entspannt, viel Bao gespielt (schwer zu erklären, spielt hier jeder und ist echt lustig) und das superleckere Essen genossen. Samstagfrüh sind wir zum Sonnenaufgang aufgestanden – die Sonne ging über dem See auf und ich kann euch versichern, dass es in echt noch viel schöner war als auf den Fotos. Selbstgemachtes Müsli zum Frühstück. Das war ein Fest! Anschließend ein "kleiner" Spaziergang nach Livingstonia selbst. In der Hitze war es recht anstrengend, die Cola in einem kleinen Cafe eine verdiente Erfrischung. Bald ging es zurück nach Chitimba. Diesmal zu Fuß! Immermal eine Abkürzung über Stock und Stein, und so schafften wir einen Großteil der circa 10km langen Strecke recht schnell. Die letzten Kilometer legten wir im Kofferraum eines geschlossenen Pick-Ups zurück. Zum einen war es die Sauna schlechthin, zum anderen staubig ohne Ende. Froh waren wir, als wir da raus kamen. Da Chilumba nur etwa 25 Kilometer weiter nördlich ist, statteten wir Elli und Nora einen kurzen Besuch ab. Am Samstag fielen wir dort nach dem Abendessen sofort ins Bett – der Fußmarsch hat sich doch bemerkbar gemacht. Den Sonntag nutzten wir, um an den nahegelegenen See zu fahren. Davor trafen wir jedoch noch einen Inder, der mehr oder weniger Ellis und Noras Nachbar ist. Er baut hier eine Straße und lud uns auf einen Saft zu sich ein! Nach unserem Ausflug an den See machten Sandra und ich uns auch schon auf den Rückweg: Da uns Minibusfahren zu stressig war, hatten wir beschlossen, zu trampen. So kam es, dass uns ein Öl-Truck aus Tansania mitnahm. Die Mutter des Fahrers war auch dabei (er versicherte uns bestimmt fünfmal, dass sie seine Mutter ist) und gemeinsam stiegen die beiden alle paar Kilometer aus. Wir standen mehr als wir vorwärtskamen. Da wir aber ein Polster hatten, auf dem wir super liegen konnten, war alles egal und richtig lustig. Mutter und Sohn hatten auch viel Spaß und sangen bei ihrer tansanischen Musik kräftig mit. Nach vielen Stunden kamen wir endlich in Ekwendeni an.
Blick von unserer Lodge

Baooo
Sonnenaufgang. 
auf dem Weg nach Livingstonia
Öl-Lkw-Fahrt
18/10 Trauer und Beerdigung
Sandra und ich sind samt riesiger To-Do List nach Mzuzu gefahren. Nach der Geldautomatenjagd wollten wir in Khans Shop kurz etwas abstellen, um dann mit den Besorgungen zu beginnen. Dort bekam ich aber einen Anruf von Ausmane. Ein Todesfall in meiner Familie, ich soll so schnell wie möglich nach Ekwendeni zurückkommen. Schon lange wussten wir, dass das jederzeit passieren kann. Trotzdem hat mich die Nachricht sehr geschockt.. Ich habe meine Sachen gepackt und mich wieder ins Taxi gesetzt. Eine Ahnung, was mich erwartet, hatte ich nicht. Zuhause angekommen fand ich folgendes Szenario vor: Im Garten unter dem Mangobaum saßen ungefähr 20 Männer, die sich gemäßigt unterhielten. Ich habe das Haus betreten. Das gesamte Wohnzimmer war voller trauernden, weinenden und auf dem Boden sitzenden Frauen. Ich habe mich dazugesetzt. Geredet hat niemand, außer dass alle paar Minuten ein Gebet gesprochen wurde. Die Situation war sehr bedrückend! Eine Stunde später fuhren alle außer Natasha und mir in das Dorf, in dem die Verstorbene gelebt hatte. Wir blieben Zuhause, um das Haus zu hüten.
Am nächsten Morgen fuhren wir mit dem Minibus ins Dorf zur Beerdigung. Gegen 10 Uhr kamen wir an. Es waren unglaublich viele Leute dort, bestimmt an die 200. Bis zum Mittagessen wurde getrauert – Männer und Frauen saßen getrennt voneinander und im Prinzip ging es so weiter, wie am Tag davor aufgehört wurde: Einige Frauen haben sehr laut geschrien und geweint, während viele andere gebetet und gesungen haben. Zum Mittag wurde Nsima gekocht. Danach gab es eine kleine Andacht, die immer wieder durch kurze Lieder unterbrochen wurde. Als diese beendet war, liefen wir zum Friedhof der Familie. Der Weg war nicht gerade kurz und der Anblick aller Menschen glich einer Völkerwanderung. Am Friedhof angekommen wurde der Sarg vergraben und gleichzeitig vielen Menschen gedankt, sowie der Verstorbenen gedacht. Hier ist es meist so üblich, dass jede Familie ihren eigenen kleinen Friedhof hat, da man es sich nicht leisten könnte, ein Grab auf einem öffentlichen Friedhof zu bezahlen. Der Sarg wurde vergraben und die Danksagungen beendet, wir fuhren wieder nach Hause. Nach der Beerdigung wurde mir dann erzählt, dass es ein Muss ist, zu jeder Beerdigung zu gehen, von der man hört- dabei spielt es keine Rolle, ob die Person die beste Freundin oder nur eine flüchtige Bekanntschaft war. Man zeigt damit Anteilnahme und schützt sozusagen seinen Ruf.

17/10 Bäckereinichtbesuch und Hotel
20:30 Uhr, Sandra und ich saßen Dhal-essend vor Khans Haus. Recht spontan kam uns der Einfall, mal bei der deutschen Bäckerei nahe Mzuzu vorbeizuschauen (ich vermisse eigentlich nichts hier. Außer Brot.). Rein ins Auto, los ging es! Leider hatte die Bäckerei schon geschlossen, wer hätte es gedacht?! Somit musste ein neues Ziel her. Der Aufwand soll ja nicht umsonst gewesen sein. Auf zum Grand Palace Hotel, das wohl fancyeste der Stadt. Warum? Einfach so! Sahen uns im Speisesaal um, besichtigten den Pool und sogar zwei Zimmer. Eines davon war die Presidential Suite.. Mehr als nur ein bisschen nett! Fasziniert war ich auch von den Spiegeln. Sie waren so sauber, dass man nicht einmal gesehen hat, dass es Spiegel sind! (-woran man merkt, dass man doch schon ein Weilchen in Malawi ist-). Perfektioniert wurde der Ausflug noch mit einem Eis. Wie könnte ein Abend besser enden?♥
das Asiatenklischee muss aufrechterhalten werden-im Hotel entstanden bestimmt 200 Fotos
21/10-23/10 Lilongwe (=kulinarische Reise)
Eine unserer Babykatzen in einen Karton gepackt, ins Taxi nach Mzuzu gestiegen und mal wieder getrampt. Diesmal mit dem Ziel Lilongwe. Fünf Minuten später stoppte ein Auto und packte mich ein – so viel Glück hatte ich noch nie! Besonders schnell unterwegs waren wir nicht, weshalb wir Lilongwe dann doch im Dunkeln erreichten. Da Lilongwe nicht Mzuzu ist, machte ich mir schon ein wenig Sorgen. Besonders dann, als wir in eine dunkle Gasse einbogen und anhielten. Das stellte sich dann aber als Werkstatt des Fahrers heraus, welcher Techniker ist. Ausladen, einladen, umladen. Netterweise fuhren der Fahrer und dessen Kollege mich danach zum Inder, in dem ich die Claras, Lars, Marius und Jasper getroffen habe. Geld musste ich für die Fahrt nicht bezahlen, lucky me!
Nach dem Essen (was mich alle Ängste und Sorgen vergessen lassen hat), begaben wir uns auf Taxisuche. Der Taxifahrer wollte aufgrund von overcapacity mehr Geld für die Fahrt. 6 Leute und 4 Plätze im Auto. Wer hätte gedacht, dass Malawier sich mal für so etwas interessieren? Bei Clara und Clara gab es Strom, was uns so sehr freute, dass wir gleich mal einen Brownie backen mussten. Die Katze, die ich den Claras mitgebracht hatte, tauften wir als Clara und auch sie war zufrieden, endlich angekommen zu sein.♥
Der Samstag begann mit einem Magnum-Eis. Es ging auf den Markt, ein Ohrringe- und Chitenchekauf war mal wieder fällig. Ich hatte ja durch die Fahrt so viel gespart. Ein bisschen durchgedreht bin ich auch im Supermarkt, der einfach ein neu eröffneter Edeka in Deutschland hätte sein können. So etwas gibt es in Mzuzu dann doch nicht.
Am Abend kochten wir im Kerzenschein Kürbis-Kartoffelsuppe, eieiei war das romantisch und lecker. Ich bin aber schon ganz froh, dass wir im Norden fast immer Strom haben. Im Zentrum sind fast täglich Strom- und Wasserausfälle.
Das Zurücktrampen am Sonntagmittag gestaltete sich zunächst schwieriger als gedacht. Ein Auto stoppte: Es sei zu spät, ich werde bestimmt keinen Lift mehr finden, der mich nach Mzuzu fährt. Sie boten mir an, mich zum Bus Depot zu bringen. Aber nein, genau dem wollte ich ja aus dem Weg gehen. Hoffnungslos wartete ich und hatte mich schon damit abgefunden, meinen Aufenthalt in Lilongwe zu verlängern. Da hielt doch noch ein Auto an! Zwei Malawier und eine Britin von einer NGO (BookAid). Wir führten sehr interessante Gespräche, hielten an vielen Bibliotheken an und machten sogar einen Stopp am Strand, da die Britin den Malawisee noch nie gesehen hat. Zahlen musste ich zwar nichts (juhu!) aber Mzuzu erreichten wir erst gegen 8. Keine Chance mehr, nach Ekwendeni zu kommen. Also quartierte ich mich bei Khan ein und fuhr erst Montagmorgen weiter nach Ekwendeni.

Schnickschnack
  • Seit einigen Tagen weiß ich, dass Malawier, wenn sie von „half five“ reden, nicht etwa halb fünf meinen. Sie reden von halb sechs. Damit klären sich einige Missverständnisse auf!
  • Die Märkte sind voller Mangos, die nur 1-3 Cent kosten. Sie werden immer größer und billiger. Ich kann es kaum erwarten, dass der Mangobaum in unserem Garten auch Mangos trägt. Schon jetzt esse ich mindestens genauso viele Mangos wie Nsima. Oder sogar mehr.
  • Da 4 Katzen und  2 Hunde uns nicht genug waren, haben wir jetzt noch einen Welpen bekommen. Ich habe in Bruno getauft und ihn schon sehr ins Herz geschlossen. Er denkt zwar immernoch, er wäre eine Katze und liegt dauerhaft auf dem Sofa, aber übel nehmen kann man es ihm nicht so richtig.
  • Während es in Deutschland immer kälter wird, steigen die Temperaturen hier weiter und weiter. Wir befinden uns in der hot season. Trotzdem ist es hier bisher nicht zu heiß, es ist angenehm. Das mag daran liegen, dass Ekwendeni doch recht hoch liegt – auf über 1200 Metern. Fortwährender Sonnenschein ist auch gut für fortwährende gute Laune!
  • Richtig gute Schnäppchen kann man hier in Seconhandläden machen. Heute gab es alles für 200 Kwacha, das sind umgerechnet 25 Cent. Für 25 Cent habe ich mir also eine Jeans gekauft, für die ich in Deutschland 50 Euro zahlen würde. 
  • Ich habe zum ersten Mal Ziege gegessen. Obwohl ich Fleisch eigentlich gar nicht so sehr mag! Warum ich dazu nach Malawi fahren musste, weiß ich auch nicht genau. Jedenfalls war ich bei Khan zum Mittagessen eingeladen. Das gab es dann pünktlich um 20:45 Uhr. War aber irgendwie sehr lecker, auch wenn ich zu dieser Zeit innerlich schon geschlafen habe. 
  • Wie ich meine Familie ins food coma versetzte: Dem Wunsch, dass ich etwas typisch Deutsches koche, bin ich nachgekommen und habe für meine Familie plus Besuch Pfannkuchen gebacken. Im Eimer wurden alle Zutaten verrührt (wir hatten eine riesige Menge Teig!) und auf dem Kohleherd gebraten. Die Familie hatte schon gegessen, als ich noch gebraten habe. Als ich fertig war und ins Wohnzimmer kam, lagen alle auf den Sofas verteilt. Ein müdes „I ate two pancakes! I’m so full“ musste ich mir dann anhören. Geschmeckt hat es ihnen also bestimmt. :):)

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Lake of stars & Tag der deutschen Einheit

Hinter mir liegt ein Wochenende, das schöner nicht hätte sein können! Am Freitag fuhren wir Freiwilligen auf das Lake Of Stars Festival, das glücklicherweise dieses Jahr im Norden stattfand. Die Freiwilligen aus dem Süden sind zum Teil schon am Donnerstagabend losgefahren und aus Versehen in Mzuzu gestrandet. Währenddessen konnte ich entspannt ausschlafen und in Mzuzu zu ihnen stoßen :D Somit hatte ich von allen die kürzeste Anfahrt- circa 3 Stunden von Mzuzu nach Chinteche, wo das Festival stattfand. Nach langem Warten und Schmelzen konnten wir auf den Zeltplatz direkt am Strand. Logischerweise gingen wir nach dem Zeltaufbau erst einmal eine Runde schwimmen! Auch an den folgenden Tagen waren wir beinahe dauerhaft am im See/am Strand, was durch eine Kombination aus Müdigkeit und Hitze hervorgerufen wurde. Ansonsten gibt es gar nicht viel zu erzählen – es folgten drei Tage voll feiern, baden, am Strand liegen, essen und das Leben genießen. Die Musik war super! Hauptsächlich ostsfrikanische Künstler, die ich jetzt endlich auch kenne. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir Roberto mit seinem Hit Ama-Rulah, den Sandra und ich in der ersten Reihe abfeierten, während alle anderen schon geschlafen haben (es war noch echt früh jaja!) :D Aber auch internationale Künstler/DJs wie der Deutsche Timo Maas haben gespielt. Wobei Timo Maas weniger gut als erwartet war.. Während Abends hauptsächlich Livemusik gespielt wurde, gab es auch tagsüber Programm wie Tanz, Theater, eine Modenschau und sogar Yoga. Im See baden ging wie gesagt auch immer gut, der Strand war traumhaft. Ich habe die Zeit sehr genossen und lasse lieber Bilder sprechen. 🌞
(wer sich einen ausführlicheren Bericht wünscht:schaut bei Sandra vorbei)
so lässt es sich dann doch ganz gut leben 
Clara&der Campingplatz
Claras
Food court
Strandleben
alle Kolping-Freiwilligen und Michael, der wohl auch gerne einer wäre
glitzern
Zum Tag der deutschen Einheit am Montag waren wir in der Residenz des deutschen Botschafters in Lilongwe eingeladen. Deshalb war die Nacht von Sonntag auf Montag kurz, da wir schon am Nachmittag vor Ort sein sollten. Glücklicherweise hatte ich am Samstag jemanden getroffen, der Elli,  Nora und mich mit nach Lilongwe nehmen konnte! Damit blieb uns die Busfahrt erspart. Auf der Feier am Abend sollten wir als Freiwillige ursprünglich helfen (weshalb wir früher dort sein mussten). Aufgrund einiger Zufälle und Nichtzufälle kamen wir aber nur eine halbe Stunde vor offiziellem Start an, was sich unerwarteterweise aber nicht als Problem herausstellte. Viel helfen sollten wir gar nicht. Und wenn ihr mal eine halbe Stunde Pause braucht, ist das auch völlig okay!  Ich habe Appetizer verteilt. Bei Pizza- und Quichestücken sowie Hackfleischbällchen war es unmachbar, nicht mindestens die Hälfte selbst aufzuessen! Der stellvertretende deutsche Botschafter  (nicht der richtige, weil er sich noch dem Präsidenten vorstellen muss…) und der malawische Gesundheitsminister hielten eine Rede, wonach wir weiteressen konnten. Das Essen stellte sich als das Highlight schlechthin heraus. Es gab deutsches Brot und Käse, stellt euch das vor! Außerdem Schnitzel, Nudelsalat, Sauerkraut und ROTKRAUT! Ich träume immernoch davon. Nicht vergessen sollte man das deutsche Bier. Und alles war natürlich kostenlos. Leider war die Feier schon sehr früh zu Ende, wir sind eben doch noch in Malawi. Im Kofferraum zusammengequetscht fuhren wir in die Wohnung von Clara und Clara, um dort zu schlafen. Am Dienstag sind wir recht zeitig aufgebrochen und nach Hause getrampt. Elli und Nora haben das erste Auto genommen, während Sebastian und ich noch weiter gewartet haben. Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, aber wir haben noch einen Lift bekommen! Das Warten hatte sich gelohnt. Nach nur dreieinhalb Stunden waren wir in Mzuzu (Vergleich: Mit dem Bus waren es acht), da der Mann das Gaspedal ein bisschen liebhatte. Ich habe ihn noch beim Schuhkauf für seine Frau unterstützt. Danach hat er mich nach Ekwendeni gefahren, ein ziemlicher Glücksgriff also. Ich bin in mein Bett gefallen und seit gestern wieder am Arbeiten.
Clara,Jasper,Essen und vorallem QUALITÄT
Rede vom Botschafter-Stellvertreter
genießen
das Rednerpult okkupiert
Liebste Grüße !❤